FAQ
Publikationen & Begutachtung
Was ist Peer Review?
Peer Review (dt. Begutachtung durch Fachkolleg:innen) ist das Qualitätssicherungsverfahren wissenschaftlicher Publikationen. Eingereichte Manuskripte werden von unabhängigen Expert:innen desselben Fachgebiets bewertet, bevor sie veröffentlicht werden. Beim verbreiteten Double-Blind-Verfahren kennen weder Autor:in noch Gutachter:in die jeweils andere Person. Das Ergebnis ist entweder eine Annahme, eine Ablehnung oder – am häufigsten – eine Überarbeitung mit anschließender erneuter Begutachtung (sog. „Revise & Resubmit„).
Was ist ein Call for Papers (CfP)?
Ein Call for Papers ist eine öffentliche Einladung, Beiträge zu einer Konferenz, einem Sammelband oder einer Zeitschrift einzureichen. CfPs enthalten in der Regel das Thema, formale Anforderungen und eine Einreichfrist. Im Bereich Politische Kommunikation werden CfPs häufig über die Mailinglisten der DGPuK, DVPW und ICA sowie über LinkedIn verbreitet – und natürlich über unseren NapoKo-Rundbrief.
Was ist ein Impact Factor?
Der Impact Factor (IF) ist eine Kennzahl, die misst, wie häufig Artikel einer Zeitschrift in einem bestimmten Zeitraum zitiert werden. Er gilt als Indikator für den Einfluss eines Journals, ist aber umstritten – gerade in den Sozialwissenschaften, wo Buchpublikationen und deutschsprachige Zeitschriften strukturell benachteiligt sind. Eine Übersicht über Journal-Rankings bietet das Scimago Journal Ranking. Ergänzend wird oft der h-Index verwendet, der die Zitierhäufigkeit einzelner Autor:innen misst – einsehbar etwa über Google Scholar oder Scopus.
Was ist ein Preprint / Working Paper?
Ein Preprint ist eine Vorabversion eines Manuskripts, die vor dem formalen Peer-Review-Prozess öffentlich zugänglich gemacht wird – etwa auf Plattformen wie SocArXiv oder dem Open Science Framework (OSF). Ein Working Paper ist ähnlich: ein Forschungsbericht, der noch nicht in einem Journal erschienen ist, aber bereits zirkuliert. Beide Formate erhöhen die Sichtbarkeit von Forschung und ermöglichen frühes Feedback – werden aber im Lebenslauf anders gewertet als peer-reviewte Artikel.
Was ist der Unterschied zwischen einem Konferenzpaper und einem Journal-Artikel?
Ein Konferenzpaper ist ein Beitrag, der auf einer wissenschaftlichen Tagung präsentiert wird. Es durchläuft in der Regel ein vereinfachtes Review-Verfahren (oft nur Abstract-Begutachtung) und gilt im Publikationsprofil als weniger gewichtig als ein peer-reviewter Journal-Artikel. Konferenzpaper sind aber wertvoll, um Forschung früh zu präsentieren, Feedback zu sammeln und sich zu vernetzen – viele Journal-Artikel entstehen aus Konferenzbeiträgen.
Was ist Open Access (OA)?
Open Access bezeichnet die kostenfreie, öffentliche Zugänglichkeit wissenschaftlicher Publikationen. Man unterscheidet zwischen Gold OA (direkte Veröffentlichung als OA im Journal, häufig mit Gebühren verbunden) und Green OA (Selbstarchivierung einer Vorabversion auf einem Repositorium wie SSOAR oder dem institutionellen Repositorium der eigenen Hochschule). Viele Drittmittelgeber wie die DFG verlangen inzwischen OA-Veröffentlichungen. Eine hilfreiche Übersicht bietet Sherpa Romeo.
Was ist ein Sammelband?
Ein Sammelband (engl. edited volume) ist ein Buch, das von einer oder mehreren Herausgeber:innen zusammengestellt wird und Beiträge verschiedener Autor:innen zu einem gemeinsamen Thema vereint. Einzelne Kapitel in Sammelbänden gelten im Wissenschaftsbetrieb als weniger prestigeträchtig als Zeitschriftenartikel in peer-reviewten Journals – sind aber dennoch ein wichtiger Bestandteil des Publikationsprofils, insbesondere im deutschsprachigen Raum.
Was ist ein SWS?
SWS steht für Semesterwochenstunden und bezeichnet den zeitlichen Umfang einer Lehrveranstaltung. Eine SWS entspricht 45 Minuten Unterricht pro Woche im Semester. Eine typische Lehrveranstaltung umfasst 2 SWS. An deutschen Hochschulen haben wissenschaftliche Mitarbeiter:innen auf Qualifikationsstellen in der Regel eine Lehrverpflichtung von 4 SWS pro Semester – Haushaltsstellen haben oft höhere Lehrdeputate als Projektstellen.
Die Dissertation
Was ist der Unterschied zwischen einer Monographie und einer kumulativen Dissertation?
Bei der Monographie (auch: Buchdissertation) wird die Dissertation als zusammenhängendes Buch verfasst – ein klassisches Format, das im deutschsprachigen Raum lange dominiert hat und sich gut für eine spätere Buchpublikation eignet.
Die kumulative Dissertation (auch: Publikationsdissertation) besteht aus mehreren bereits publizierten oder zur Publikation eingereichten Zeitschriftenartikeln, die durch eine gemeinsame Einleitung und ein Fazit gerahmt werden. Dieses Format ist international verbreitet und hat in den letzten Jahren auch im deutschsprachigen Raum stark zugenommen. Ob eine kumulative Dissertation möglich ist, hängt von der jeweiligen Promotionsordnung und der betreuenden Person ab.
Was ist ein Exposé?
Ein Exposé (auch: Forschungskonzept oder Research Proposal) ist ein Dokument, in dem das geplante Dissertationsprojekt skizziert wird – in der Regel mit Forschungsfrage, theoretischem Rahmen, Methodik und Zeitplan. Es ist fast immer Teil der Bewerbung auf eine Promotionsstelle oder ein PhD-Programm und oft auch Voraussetzung für die formale Annahme als Doktorand:in. Hilfreiche Hinweise bietet die DFG-Checkliste für Forschungsanträge.
Was ist ein Rigorosum / eine Disputation?
Der Abschluss der Promotion erfolgt in der Regel durch eine mündliche Prüfung: In Deutschland und Österreich ist dies meist die Disputation, bei der die Dissertation öffentlich verteidigt wird. In der Schweiz spricht man häufig vom Rigorosum. Form und Anforderungen variieren je nach Hochschule und Promotionsordnung.
Institutionen & Netzwerke
Was ist die DGPuK?
Die Deutsche Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft ist die wissenschaftliche Fachgesellschaft für Kommunikations- und Medienwissenschaft im deutschsprachigen Raum. Sie organisiert die jährliche Jahrestagung und gliedert sich in thematische Fachgruppen – darunter die Fachgruppe Kommunikation und Politik, die NapoKo unterstützt.
Was ist die DVPW?
Die Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft ist das politikwissenschaftliche Pendant zur DGPuK. Politische Kommunikation ist hier im Arbeitskreis Politik und Kommunikation verortet, der ebenfalls NapoKo unterstützt. Die gemeinsame Fachgruppentagung von DGPuK, DVPW und SGKM ist das wichtigste Treffen der Politischen Kommunikationsforschung im deutschsprachigen Raum – und der Ort, an dem das NapoKo-Kolloquium und der NapoKo-Workshop stattfinden.
Was ist die SGKM?
Die Schweizerische Gesellschaft für Kommunikations- und Medienwissenschaft ist die entsprechende Fachgesellschaft in der Schweiz und ebenfalls Mitveranstalterin der gemeinsamen Fachgruppentagung.
Was ist die ÖGKw?
Die Österreichische Gesellschaft für Kommunikationswissenschaft (ÖGKw) ist die kommunikationswissenschaftliche Fachgesellschaft in Österreich – das österreichische Pendant zu DGPuK und SGKM. Sie organisiert eigene Tagungen und ist eng mit der deutschsprachigen Kommunikationswissenschafts-Community vernetzt.
Was ist die ICA?
Die International Communication Association ist die wichtigste internationale Fachgesellschaft für Kommunikationswissenschaft. Ihre Jahrestagung findet jährlich in wechselnden Städten weltweit statt. Innerhalb der ICA gibt es eine eigene Political Communication Division.
Was ist die ECREA?
Die European Communication Research and Education Association ist die europäische Dachorganisation für Kommunikationswissenschaft. Ihre Haupttagung findet alle zwei Jahre statt. Auch hier gibt es eine eigene Sektion für Politische Kommunikation.
Was ist die ECPR?
Der European Consortium for Political Research ist eine der wichtigsten europäischen politikwissenschaftlichen Organisationen. Innerhalb der ECPR gibt es eine eigene Standing Group on Political Communication, die regelmäßig Panels auf den ECPR-Tagungen organisiert und für alle relevant ist, die an der Schnittstelle von Politikwissenschaft und Kommunikationsforschung arbeiten.
Was ist die APSA?
Die American Political Science Association ist die wichtigste politikwissenschaftliche Fachgesellschaft in den USA – mit einer eigenen Sektion für Political Communication. Ihre Jahrestagung ist international sichtbar und für alle relevant, die sich für US-amerikanische oder vergleichende Forschung interessieren.
Was ist eine Fachgruppe – und was ein Arbeitskreis?
Fachgruppen sind thematische Untereinheiten der DGPuK, Arbeitskreise die entsprechenden Strukturen in der DVPW. Beide organisieren eigene Panels auf den Jahrestagungen, vergeben manchmal Preise und fördern den Austausch innerhalb eines Forschungsfeldes.
Was ist NapoKo – und wie werde ich Mitglied?
NapoKo ist das Nachwuchsnetzwerk Politische Kommunikation, angesiedelt an der Schnittstelle von DGPuK und DVPW. Wir vernetzen Nachwuchswissenschaftler:innen und Praktiker:innen, die sich für politische Kommunikation interessieren. Mitglied werden ist unkompliziert – einfach hier entlang.
Befristung, Verträge & Arbeitsrecht
Was ist das Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG)?
Das Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG) ist ein deutsches Bundesgesetz, das befristete Arbeitsverträge an Hochschulen und Forschungseinrichtungen regelt. Es erlaubt Befristungen ohne Sachgrund – also ohne konkreten projektbezogenen Grund – in einem bestimmten Zeitrahmen: bis zu 6 Jahre vor der Promotion und bis zu 6 Jahre nach der Promotion (insgesamt also maximal 12 Jahre). Bei Drittmittelfinanzierung ist eine zusätzliche Befristung möglich, solange Drittmittel fließen. Das Gesetz wurde zuletzt 2024 reformiert, u.a. mit einer Mindestvertragslaufzeit von 12 Monaten. Mehr dazu beim BMBF.
Was bedeutet „sachgrundlose Befristung“ – und was ist ein Sachgrund?
Eine sachgrundlose Befristung ist eine zeitlich begrenzte Anstellung ohne konkreten inhaltlichen Grund – im Wissenschaftsbereich durch das WissZeitVG ermöglicht. Eine Befristung mit Sachgrund hingegen stützt sich auf einen konkreten Anlass, z.B. die Vertretung einer erkrankten Kollegin, eine projektgebundene Drittmittelfinanzierung oder eine klar umrissene Aufgabe. Nach dem allgemeinen Arbeitsrecht (TzBfG) ist sachgrundlose Befristung maximal 2 Jahre und dreimal verlängerbar – für Hochschulbeschäftigte gilt dagegen primär das WissZeitVG.
Was ist eine Kettenbefristung?
Von einer Kettenbefristung spricht man, wenn mehrere befristete Verträge hintereinander abgeschlossen werden – oft beim selben Arbeitgeber und für ähnliche Tätigkeiten. Das ist im Wissenschaftsbereich weit verbreitet und rechtlich zulässig, solange die Gesamtgrenzen des WissZeitVG nicht überschritten werden. Kritiker:innen sehen darin ein strukturelles Problem des deutschen Wissenschaftssystems, da Kettenbefristungen Planungsunsicherheit erzeugen und insbesondere Personen mit Fürsorgeverpflichtungen belasten. Die Reform des WissZeitVG 2024 zielte u.a. auf eine Begrenzung dieser Praxis.
Was ist der Unterschied zwischen Teilzeit und Vollzeit an der Hochschule?
Viele Qualifikationsstellen (Doktorat, PostDoc) werden in Teilzeit ausgeschrieben – häufig 50–75 % einer Vollzeitstelle (TV-L E13). Das ist kein Fehler, sondern in Deutschland weit verbreitet. Hintergrund: Die Stelle finanziert nur einen Teil der Arbeitszeit, der Rest ist – implizit – für die eigene Qualifikationsarbeit (Dissertation, Habilitation) vorgesehen. In der Praxis bedeutet das oft, dass Vollzeit gearbeitet wird, aber nur Teilzeit bezahlt wird. Österreich und die Schweiz gehen hier teilweise großzügiger vor.
Was ist TV-L / TVöD – und was bedeutet E13?
Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) regelt die Vergütung von Angestellten an deutschen Landesuniversitäten. Der TVöD gilt für Bundeseinrichtungen. Wissenschaftliche Mitarbeiter:innen werden in der Regel nach Entgeltgruppe 13 (E13) eingruppiert – je nach Berufserfahrung und Stufe liegt das Bruttogehalt bei einer Vollzeitstelle zwischen ca. 4.000 und 5.500 € brutto. Eine 50%-Stelle entspricht etwa 2.000–2.750 € brutto. Aktuelle Tabellen gibt es beim öffentlicher-dienst.info.
Was passiert nach dem Ende der WissZeitVG-Frist?
Wer die Höchstbefristungsdauer nach WissZeitVG ausgeschöpft hat, kann in Deutschland grundsätzlich keine weiteren befristeten Qualifikationsverträge an Hochschulen erhalten – es sei denn, es liegt ein Sachgrund vor (z.B. Elternzeitvertretung) oder man wechselt in eine unbefristete Stelle. Viele Wissenschaftler:innen stehen nach dieser Phase vor der Entscheidung: Professur, außeruniversitäre Forschungseinrichtung (z.B. Max-Planck, Leibniz, Fraunhofer) oder Wechsel in die Praxis. Eine gute Übersicht bietet der academics.de-Ratgeber.
Gibt es Schutz bei Elternzeit oder Krankheit – und verlängert sich mein Vertrag?
Ja. Nach dem WissZeitVG verlängern sich die Befristungshöchstgrenzen um die Dauer von Elternzeit, Mutterschutz, Pflegezeiten und Krankheit. Das gilt auch für Zeiten der Behinderung oder chronischer Erkrankung. Voraussetzung ist, dass dies dem Arbeitgeber rechtzeitig mitgeteilt wird. In der Praxis müssen Betroffene diese Verlängerung oft aktiv einfordern – eine frühzeitige Kommunikation mit dem Personalbüro ist daher wichtig.
Karriere & Förderung
Was sind Drittmittel?
Drittmittel sind Forschungsgelder, die Wissenschaftler:innen zusätzlich zum regulären Hochschulbudget einwerben – zum Beispiel von der DFG, der EU, Stiftungen oder der Industrie. Die Einwerbung von Drittmitteln gilt im akademischen Karrieresystem als wichtiger Leistungsindikator. Einen guten Einstieg bietet die DFG-Förderseite für den wissenschaftlichen Nachwuchs.
Was ist der Unterschied zwischen einer Haushalts- und einer Projektstelle?
Siehe unsere ausführliche Erklärung auf der Seite Weg ins Doktorat.
Was ist die Habilitation?
Die Habilitation ist im deutschsprachigen Raum die traditionelle Voraussetzung für eine Professur. Sie umfasst eine weitere größere Forschungsleistung nach der Promotion sowie eine Lehrprobe. Zunehmend wird sie durch alternative Karrierewege ersetzt – etwa durch Juniorprofessuren oder Tenure-Track-Modelle.
Was ist eine Juniorprofessur / Tenure Track?
Die Juniorprofessur (JP) ist ein auf 6 Jahre befristetes Professur-Äquivalent, das als Alternative zur Habilitation eingeführt wurde. Nach einer Zwischenevaluation kann sie in eine dauerhafte Professur umgewandelt werden – das sogenannte Tenure-Track-Modell, das in Deutschland zunehmend verbreitet ist. Eine hilfreiche Übersicht bietet der Hochschulkompass der HRK.
Was ist ein ORCID-Profil?
ORCID (Open Researcher and Contributor ID) ist eine kostenlose, eindeutige Identifikationsnummer für Wissenschaftler:innen. Sie hilft dabei, Publikationen und Forschungsleistungen eindeutig einer Person zuzuordnen – unabhängig von Namenswechseln oder gleichnamigen Kolleg:innen. Ein ORCID-Profil anzulegen lohnt sich früh in der Karriere.
Was ist Google Scholar / ResearchGate / Academia.edu?
Diese Plattformen erhöhen die Sichtbarkeit der eigenen Forschung:
- Google Scholar indexiert Publikationen automatisch und zeigt Zitationszahlen
- ResearchGate ist ein soziales Netzwerk für Wissenschaftler:innen mit Publikationsupload
- Academia.edu bietet ähnliche Funktionen, ist aber kommerziell orientiert
Für den Einstieg reicht in der Regel ein gepflegtes Google-Scholar-Profil.
Politische Kommunikation in der Praxis
Was kann ich mit einem Abschluss in Politischer Kommunikation werden?
Die Kombination aus Politik- und Kommunikationswissen ist vielseitig verwertbar – weit über die Hochschule hinaus. Typische Berufsfelder sind:
- Politische Kommunikation & Beratung: Kampagnenmanagement, Wahlkampf, Partei- und Fraktionskommunikation
- Public Affairs & Government Relations: Interessenvertretung bei Unternehmen, Verbänden, NGOs oder Agenturen
- Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Pressestellen von Ministerien, Behörden, Parteien, Institutionen
- Journalismus & Medien: Politikredaktionen, Qualitätsmedien, Fachjournalismus
- Think Tanks & Stiftungen: Politiknahe Forschung und Politikberatung
- Internationale Organisationen: EU-Institutionen, UN, OSZE und ähnliche
- Daten & Strategie: Media Monitoring, politische Marktforschung, Datenjournalismus
Aktuelle Stellenangebote im Bereich Politische Kommunikation und Public Affairs gibt es z.B. bei politik&kommunikation Jobs.
Was ist ein Think Tank – und wie kommt man dort rein?
Think Tanks sind politiknahe Forschungs- und Beratungseinrichtungen, die zwischen Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit vermitteln. Bekannte Beispiele im deutschsprachigen Raum sind die Bertelsmann Stiftung, das SWP, das ifo Institut oder die parteinahen Stiftungen (Friedrich-Ebert, Konrad-Adenauer, Heinrich-Böll etc.). Der Einstieg erfolgt meist über Praktika, Volontariate oder direkte Bewerbung – ein Promotionsabschluss ist oft hilfreich, aber nicht immer erforderlich. Wichtig sind Politikverständnis, analytische Fähigkeiten und die Bereitschaft, für ein breites Publikum zu schreiben.
Was ist der Unterschied zwischen Public Affairs, Lobbying und Government Relations?
Die Begriffe werden oft synonym verwendet, haben aber Nuancen: Public Affairs bezeichnet die strategische Kommunikation von Organisationen mit politischen Akteuren und der Öffentlichkeit. Lobbying ist die direkte Einflussnahme auf Gesetzgebung und politische Entscheidungen – in Deutschland seit 2022 im Lobbyregister erfasst. Government Relations ist der internationale Begriff für die Beziehungspflege zwischen Unternehmen oder Verbänden und staatlichen Stellen. Alle drei Felder bieten attraktive Berufsperspektiven für PolKomm-Absolvent:innen – bei Unternehmen, Verbänden, NGOs oder spezialisierten Agenturen.
Was macht eine Pressestelle – und wie wird man Pressesprecher:in?
Pressestellen sind die kommunikativen Schnittstellen zwischen einer Institution und der Öffentlichkeit bzw. den Medien. Sie verfassen Pressemitteilungen, organisieren Pressekonferenzen, beantworten Medienanfragen und beraten die Führungsebene in Kommunikationsfragen. Pressesprecher:innen gibt es bei Ministerien, Behörden, Parteien, Unternehmen, Hochschulen und NGOs. Der Einstieg erfolgt oft über ein Volontariat oder Referent:innenstellen – journalistische Erfahrung oder ein Kommunikationsstudium sind häufige Einstiegsvoraussetzungen. Aktuelle Stellen gibt es auf dem Jobportal von politik&kommunikation.
Wie bewirbt man sich beim öffentlichen Dienst oder bei Bundesbehörden?
Stellen im öffentlichen Dienst werden in Deutschland über das Portal Interamt ausgeschrieben – dort finden sich Positionen von Bundesministerien, Landesbehörden, nachgeordneten Behörden und öffentlichen Einrichtungen. Für wissenschaftlich qualifizierte Bewerber:innen sind besonders Referate für Öffentlichkeitsarbeit, Politikberatung, Grundsatzfragen oder internationale Angelegenheiten interessant. Bewerbungen folgen einem formalisierten Verfahren; Auswahlgespräche und Assessments sind üblich. Tipp: Viele Stellen werden intern oder über persönliche Netzwerke besetzt – Praktika oder Hospitanzen in Behörden sind ein guter Einstieg.
Was sind politische Stiftungen – und bieten sie Karrieremöglichkeiten?
Die sechs großen parteinahen Stiftungen in Deutschland – Friedrich-Ebert-Stiftung, Konrad-Adenauer-Stiftung, Heinrich-Böll-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung, Rosa-Luxemburg-Stiftung und Hanns-Seidel-Stiftung – sind nicht nur Stipendiengeber, sondern auch attraktive Arbeitgeber. Sie bieten Stellen in politischer Bildung, internationaler Zusammenarbeit, Forschung und Kommunikation. Daneben vergeben sie Promotions- und Postdoc-Stipendien an politisch und gesellschaftlich engagierte Bewerber:innen.