Kandidatenvorstellung Simon Kruschinski

KruschinskiJohannes Gutenberg-Universität Mainz, Institut für Publizistik,
wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrbereich für Politische Kommunikation
E-Mail: simon.kruschinski(at)uni-mainz.de – Twitter: @meinungfuehrer

Genau ein Jahr nach meinem Beginn als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Publizistik an der Universität Mainz möchte ich mit Eurer Hilfe Sprecher des Nachwuchsnetzwerks politische Kommunikation werden. Hauptsächlich interessiere ich mich für persuasive und mobilisierende Kampagneneffekte auf Wähler, die ich im Rahmen meiner Dissertation anhand des Haustürwahlkampfs von deutschen Parteien erforsche. Des Weiteren habe ich ein großes Interesse an Fragestellungen auf dem Forschungsgebiet der Computational Social Science: bspw. wie sich Algorithmen auf digitale Öffentlichkeiten auswirken oder wie die Kommunikationswissenschaft von Methoden der automatisierten Datenanalyse profitieren kann.

Vor allem die aktuellen politischen Entwicklungen in Europa haben deutlich gemacht, welche wichtige Bedeutung die politische Kommunikation in unserer (digitalen) Gesellschaft einnimmt. Gleichbedeutend damit steht für mich die Aufgabe bzw. Verantwortung der Wissenschaft diese realweltlichen Entwicklungen adäquat analysieren und Antworten auf aktuelle Fragestellungen geben zu können. Gerade für die Politik- und Kommunikationswissenschaft gehen damit vielerlei Herausforderungen einher, denen wir uns stellen müssen.

In diesem Kontext sehe ich das Nachwuchsnetzwerk politische Kommunikation mit seiner großen Anzahl an aktiven Mitgliedern aus der Praxis und unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen als immens wichtigen Baustein, um die Kommunikations- und Politikwissenschaft in den Mittelpunkt künftiger gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Diskurse zu rücken. Daher wäre es mir als zukünftiger Sprecher ein großes Anliegen, die herausragende Arbeit meiner Vorgänger weiterführen, aber in folgenden Punkten wichtige neue Impulse zu setzen:

  1. NapoKo besitzt mit Euch als Mitgliedern ein riesengroßes Potenzial. Dieses würde ich gerne durch den Aufbau einer interaktiven Nutzer-Datenbank systematisch erschließen, um in Zukunft noch effektiver die Zusammenarbeit an Forschungsprojekten und den Austausch von Expertise zu unterschiedlichen Themen oder Methoden zu fördern und zu intensivieren.
  2. NapoKo zeichnet sich vor allem durch die Heterogenität seiner Mitglieder aus, die in großen Zahlen auch in der Praxis bzw. freien Wirtschaft (bspw. PR, Unternehmens- oder Politikberatung oder Deutscher Bundestag) tätig sind. Ich möchte eine stärkere Einbindung und Verschränkung zwischen Wissenschaftlern und Praktikern anregen, sodass einerseits praxisbezogene Forschungsprojekte entstehen aber andererseits auch Praktika oder Jobs vermittelt werden können. Außerdem könnten alle von den Einblicken in die Praxis profitieren. Um dieses Ziel zu erreichen, bietet sich das Format eines interaktiven (Kreativ-)Workshops oder einer Podiumsdiskussion an, das im jährlichen Wechsel mit dem Methodenworkshop stattfinden könnte.
  3. Ein letztes Vorhaben betrifft die Zukunft der Kommunikations- und Politikwissenschaft. Um nicht von anderen Disziplinen beim Thema Big Data- oder automatisierten Analysen abgehängt zu werden, würde ich gerne eine Öffnung von NapoKo für bzw. eine Zusammenarbeit mit Nachwuchsinformatikern vorschlagen, um ein gegenseitiges Verständnis für die unterschiedlichen Fragestellungen und Denkweisen der Fächer aufzubauen. Vorstellbar wären „Social Science Hackathons“, in denen Informatikern der Nutzen von kommunikations- bzw. politikwissenschaftlichen Methoden (bspw. Inhaltsanalyse) für ihre Arbeit aufgezeigt und im Gegenzug Politik- bzw. Kommunikationswissenschaftler eine Einführung in Python gegeben wird oder die Möglichkeiten zur Analyse von großen Datenmengen aufgezeigt werden.

Ich würde mich freuen, wenn ich mit Eurer Stimme die gemeinsame Zukunft eines der größten und erfolgreichsten Nachwuchsgruppen in Deutschland mitgestalten könnte und bin gespannt auf Eure Anregungen, Kritik und das Feedback.